Dollarpreis ist wieder im Anstieg

Der Dollar ist auf dem Aufschwung

In Erwartung einer möglichen Leitzinssenkung für die Eurozone verzeichnete der Kurs des Dollar gestern eine Aufwärtsbewegung, während es mit dem Yen in Japan aufgrund des schlechten Bruttoinlandsprodukts und einem berauschten Finanzminister abwärts ging.

Dollar erholt sich auf ganzer Linie

Ein sehr viel größer als erwarteter Rückgang des japanischen Bruttoinlandsprodukts dämpfte gestern die Risikofreudigkeit an den Devisenmärkten. Als dunkle Wolke hing über den Märkten auch die Unzufriedenheit mit den Ergebnissen des G-7 Gipfels und die Verabschiedung des US-Konjunkturplans. Diese Marktereignisse waren nicht dazu angetan eine allgemeine Erholung auszulösen, da auch Händler sich auf typische Safe-Hafen-Währungen zurückzogen.

Die Risikobereitschaft wurde auch dadurch gedämpft, dass Japan der Welt lebhaft ins Gedächtnis rief, dass das weltweite Wirtschaftswachstum sich in der Tat auf Talfahrt befindet. Das japanische Bruttoinlandsprodukt sackte um 3,3% ab. Dieses Ergebnis war sogar noch schlechter als die von Wirtschaftswissenschaftlern vorhergesagten 3,2%. Das Streben nach Sicherheit ließ daher den Kurs des USD im Vergleich zum JPY steigen. Der Markt war auch von den Ergebnissen des G-7 Gipfels völlig unbeeindruckt, da die wichtigsten Finanzminister der Welt nicht in der Lage waren den Welt-Währungen Unterstützung zukommen zu lassen.

Analysten sind der Meinung, dass höhere Erträge erzielende Währungen Auftrieb erhalten werden, sobald eine Umkehr in der weltweiten Wirtschaftslage vorhergesagt wird. Doch hat die Veröffentlichung des japanischen Bruttoinlandsprodukts gezeigt, dass in Bezug auf das Abschwächen der Weltwirtschaft das Schlimmste vielleicht noch vor uns liegt.

Mit der Aussicht auf etwas rosigere Nachrichten wird für heute um 14:00 MGZ die Veröffentlichung des Berichts zu den TIC-Langzeit-Anschaffungen erwartet. Es wird angenommen, dass der Bericht eine Verbesserung gegenüber dem letztmonatigen dramatischen Rückgang bei Anlagegütererwerben durch Ausländer aufzeigen wird. Sollte der TIC seine Zielvorgabe nicht erreichen, könnte es sein, dass der Kurs des USD bis auf 1,2750 zurückgeht.

Erneute Leitzinssenkungen bereits im Euro-Kurs eingeplant

Während des japanischen Handels erfuhr der EUR/USD-Kurs einen erheblichen Abwärtsruck aufgrund der schlechten Finanzaussichten für Europa und der möglicherweise erneuten Leitzinssenkung für die Eurozone. Ausgelöst wurde der Abwärtsruck durch Befürchtungen, dass Irland möglicherweise seinen Verpflichtungen hinsichtlich seiner Staatsverschuldung nicht nachkommen können würde. Vieles bei diesem Abwärts-Momentum kann jedoch auch der Tatsache zugeschrieben werden, dass die Währungspaarung den wichtigen Wert von 1,2750 unterschritten hatte. Sobald dieser Stützwert durchbrochen wurde begannen viele Händler automatisch damit EUR zu verkaufen, um so gegebenenfalls ihre Verluste zu mindern. Der EUR schloss den gestrigen Handel im Vergleich zum USD bei 1,2649.

yen usd

Was den Verlusten des EUR ebenfalls Nahrung verlieh waren Spekulationen über eine erneute Leitzinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Es scheint, als hätte der Markt eine solche Zinssenkung durch die EZB im nächsten Monat bereits in den EUR/USD-Kurs eingeplant. Die Frage die sich jetzt stellt ist nur: Wie groß wird diese Leitzinssenkung wohl sein?

Heute sehen wir der Bekanntgabe der ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland mit Interesse entgegen. Es wird angenommen, dass der Indikator für diesen Monat eine leichte Verbesserung anzeigen wird, obwohl das Kursverhalten dieser Währungspaarung dagegen spricht. Es könnte sein, dass wir ein weiteres Abrutschen des Paares bis zum Wert von 1,2600 erleben.
Japanisches Bruttoinlandsprodukt purzelt; Finanzminister tritt zurück
Die japanische Wirtschaft erlebte jetzt im dritten aufeinander folgenden Monat einen Rückgang beim Bruttoinlandsprodukt. Das BIP für das vierte Quartal des vergangenen Jahres sank um 3,3%. Exporte gingen gar um überwältigende 14% zurück. Das ließ den USD/JPY-Kurs um fast 1% auf 92,43 ansteigen.

Nicht in Beziehung hierzu steht die Ankündigung des japanischen Finanzministers, Shoichi Nakawaga, von seinen Ämtern zurückzutreten. Dieser Rücktritt wird auf sein ungewöhnliches Verhalten beim G-7 Gipfel zurückgeführt. Einige schreiben sein höchst merkwürdiges Verhalten auf einer Pressekonferenz dem Einfluss von Alkohol zu. Das ist eine gewaltige Schlappe für die japanische Regierung, die bei ihren Bürgern ohnehin schon viel an Vertrauen verloren hat, was die Befähigung betrifft, das Land inmitten der weltweiten Finanzkrise aus der Rezession zu führen.

Devisenhändler sollten am Donnerstag die Entscheidung der Bank of Japan (BoJ) hinsichtlich des Leitzinssatzes beachten. Obwohl keine Änderung beim Leitzinssatz erwartet wird, könnte doch die Ansprache des Bankpräsidenten Einblicke in die zukünftige Entwicklung der japanischen Wirtschaft vermitteln.
Rohölpreis kann nicht mit der Erholung des Dollar Schritt halten
Nach der erheblichen Preiserholung am vergangenen Freitag unterlag der Rohölpreis Preisschwankungen ohne erkennbare Ausrichtung. Der Preiserholung, die auf die Verabschiedung von Präsident Obamas Konjunkturplan zurückzuführen war, mangelte es jedoch an Stärke um auch in die neue Handelswoche hineinzuwirken. Überraschenderweise war auch die heutige Erholung des Dollar nicht ausreichend genug um den Rohölpreis steigen zu lassen.
Weitere grundlegende Daten, die dem Rohölpreis schaden könnten, werden am Freitag mit der Bekanntgabe der US-Rohöl-Lagerbestände erwartet. Es wird weitgehend angenommen, dass inmitten des weltweiten wirtschaftlichen Abschwungs die Lagerbestände zunehmen werden. Der Preis von $30 pro Barrel Rohöl scheint plötzlich gar nicht mehr so unangemessen zu sein.

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